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Der Verrat

19. Oktober 2012

Ich wurde einmal als kleiner Bub verraten.

Ich turnte während der Abwesenheit meiner Eltern mit meiner Schwester auf der recht neuen Wendeltreppe. Ich kletterte immer außerhalb des Geländers möglichst weit nach oben. Da passierte es bei dem höchsten Aufstieg doch glatt, dass ich mich nicht mehr halten konnte und nach unten hüpfte. Dabei landete ich mit einem meiner kleinen Füße auf einem kleinen Tischchen mit der Lieblingspflanze meiner Mutter. Die Schmerzen in meinem Bein beachtete ich nicht, da das Tischchen ein Bein verloren hatte und die Pflanze in ihrem runden Blumentopf runter gekugelt war. Ein ziemlich großer Anteil der Erde hatte sich aus dem Topf geworfen und großflächig verteilt. Noch schlimmer war, dass die Lieblingspflanze an ihrem Stamm abgebrochen war. Einige Sekunden verharrten meine Schwester und ich nachdenklich vor dem Chaos, doch fanden wir relativ schnell aus unserer Unbeweglichkeit zurück und steckten das verlorene Bein zurück in das Tischchen, stellten den Blumentopf auf dessen Oberfläche, stopften die herausragende Wurzel der Pflanze tiefer in die Erde, pflanzten den abgebrochenen Stamm gleich daneben, hievten die meiste Erde in den Topf und staubsaugten danach den ganzen Unfallort.

Unseren Eltern fiel nach ihrer Heimkehr nichts auf. Meine Schwester und ich hatten zwei Tage nach diesem Vorfall ein schlechtes Gewissen, das sich dann jedoch bald verabschiedete, denn immerhin bemerkten unsere Eltern nichts und alles passte. Zwei Wochen nach diesem Ereignis platzte dann die ganze Sache. Als Verräter fungierte die Lieblingspflanze meiner Mutter. Sie war verstorben. Meine Mutter fragte uns, ob wir wissen würden, was da los sei, denn trotz ständigem Betreuen sei die Pflanze vertrocknet und der Stamm war neben der Wurzel in der Erde. Wegen den an uns nagenden Gewissensbissen haben meine Schwester und ich gleich gestanden und ausführlich von dem Unfall erzählt.

Anmerkung:

Mit dieser kurzen Geschichte habe ich Glück gehabt und doch glatt bei einem Gewinnspiel das Buch Die Verratenen von Ursula Poznanski gewonnen (-> siehe meinen Post auf lovelybooks.de).

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Erste Rückmeldungen

15. Oktober 2012

Ich habe in den letzten Tagen die ersten Rückmeldungen über Entlassen – Und endlich in Freiheit erhalten.

Kurze Zusammenfassung des Feedbacks:

  • Den meisten Lesern gefällt der Reimstil gar nicht.
  • Der Inhalt gefällt den meisten (die bis zum Schluss gelesen haben).

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, warum ich diese Geschichte in diesem Stil verfasst habe. Vielleicht kam die Inspiration von Goethes Faust. Ich habe dieses Werk im Jahre 1993 ja nochmals gelesen, um mich auf meine bevorstehende Matura vorzubereiten.

Auf alle Fälle danke ich allen Lesern, die mir Rückmeldungen geschickt haben, die mich nach langer Zeit die Qualität dieser Geschichte einschätzen lassen. Ich würde mich aber über weitere Rückmeldungen freuen.

„Entlassen und endlich in Freiheit“

9. Oktober 2012

Vor kurzer Zeit wurde „Entlassen und endlich in Freiheit“ von mir veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine Kurzgeschichte mit Reimen (aber ohne Rücksicht auf das Versmaß) über einen aus der Haft entlassenen Mann, dem es schwerfällt in einem normalen Leben wieder Fuß zu fassen.

Kurzbeschreibung:

Ein Mann wurde wegen Raubmord vor Gericht gestellt. Trotz andauernder Beteuerung seiner Unschuld wurde er zu achtzehn Jahren Haft verurteilt. Sein bis dahin junges Leben hat sich während dem Absitzen seiner Strafe gänzlich verändert. Er wurde ohne vorzeitige Begnadigung entlassen und versucht nun wieder in seinen damaligen Lebensstil zurückzufinden.

Die ersten neun Tage nach seinem Entlassen hält er in kurzen, sich reimenden Einträgen in seinem Tagebuch fest. Er versucht sich wieder ein schönes Leben mit einer Frau und einem Job aufzubauen. Das ist nach so langer Haft jedoch nicht allzu einfach. Es gibt Höhen und Tiefen an den in seinem Tagebuch erfassten Tagen.

Auf Amazon:
Entlassen – Und endlich in Freiheit